Maria 2.0

Es gab eine Zeit, da war Maria 2.0 häufig in den kirchlichen und weltlichen Schlagzeilen.

Gibt es Maria 2.0 noch?

Ja es gibt sie noch, diese freie Initiative von Frauen und Männern in der katholischen Kirche in Deutschland. Sie entstand im einem Lesekreis in Münster und forderte im Mai 2019 mit einem einwöchigen Frauen-Kirchen-Streik deutschlandweit für Aufsehen. Maria 2.0 ist über die Jahre zu einer Graswurzelbewegung in nahezu allen Diözesen angewachsen. 
Sie setzt sich für eine geschlechtergerechte Kirche ein. Gefordert werden der Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern, die Aufhebung des Pflichtzölibats und die lückenlose Aufklärung von Missbrauchsfällen. Die Bewegung besteht aus über 1000 unabhängigen lokalen Gruppen und tausende weitere Unterstützende. 
Zunächst organisierten sie viele Aktionen, veröffentlichten ihre Forderungen 2019 und 2021 in Thesenanschlägen. Heute treffen sie sich oft zu Andachten und laden zu alternativen Gottesdiensten ein. 

Sie sind vielleicht leiser geworden, doch die Bewegung nutzt weiterhin kreative Protestaktionen, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, auch wenn sie keine Massenbewegung im klassischen Sinne geworden ist.
Die Initiative kritisiert, dass sich in den letzten Jahren, trotz Reformdiskussionen, zu wenig an den Machtstrukturen geändert hat. Doch Maria 2.0 macht trotz des geringen Reformtempos weiter Druck, um die "gleiche Würde und Rechte" von Frauen in der katholischen Kirche zu fordern.
Neben den Protesten sucht die Initiative das Gespräch mit Bischöfen, organisiert aber auch Aktionen wie Pilgerreisen, um Solidarität zu zeigen und für Erneuerung zu beten.

Erst im Frühjahr musste die Bewegung wieder einen Rückschlag einstecken. 
O-Ton des Berichts im Deutschlandfunk: 
„Niederschmetternd traurig“
Katholische Frauenbewegung Maria 2.0 kritisiert Frauen-Papier des Vatikans
Die katholische Frauenbewegung Maria 2.0 hat den Abschlussbericht des Vatikans zur Rolle der Frau in der Kirche scharf kritisiert. Das Ergebnis sei „niederschmetternd traurig“, erklärte die Bewegung in Essen. 
Das Generalsekretariat der vatikanischen Bischofssynode hatte am Dienstag den Abschlussbericht „Die Teilhabe von Frauen am Leben und an der Leitung der Kirche“ veröffentlicht. Das Papier fordert zu Mut bei der Einführung von Reformen auf, mahnt aber auch zu Geduld. Die Bewegung Maria 2.0 wies darauf hin, dass es laut der Studie ein Auftrag des Heiligen Geistes sei, Entscheidungen zu Veränderungen zu fällen. Keine Hast im Vollzug eines Auftrags des Heiligen Geists sei entweder Widerstand, Mutlosigkeit oder beides, kritisierte die Bewegung. (…)
 

Als aufmerksam Lesende der Katholischen Nachrichten in der Stadtrundschau ist Ihnen vielleicht hin und wieder der Hinweis und die Einladung zu unserer Gruppe Maria 2.0 Ostfildern/Esslingen aufgefallen. 

  • Unsere Gruppe trifft sich seit Jahren vor allem zu alternativen Gottesdiensten und lädt offen dazu ein. 
  • Unsere Anliegen sind die unserer Bewegung: Eine geschlechtergerechte Kirche. Gefordert werden der Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern, die Aufhebung des Pflichtzölibats und die lückenlose Aufklärung von Missbrauchsfällen. 
  • Wir stehen hinter der Kritik, dass sich in den letzten Jahren, trotz Reformdiskussionen, zu wenig an den Machtstrukturen geändert hat. 
  • Die meisten Frauen der Gruppe engagieren sich in unserer Gesamtkirchengemeinde u.a. bei der „Atempause“, bei „Lectio Divina“, in der Weltgebetstagsbewegung.

Die Bewegung Maria 2.0 versteht sich als "Auftritt statt Austritt" und will die Kirche von innen erneuern. 

In der Stadtrundschau veröffentlichen wir regelmäßig unsere Treffen und Aktionen.
Kontakt zu uns können Sie über das Pfarrbüro aufnehmen. 

 

 

Du träumst in mir von einer Kirche

Du träumst in mir, mein Gott, und ich mit dir;
von einer Kirche, arm an HERR-schaft, reich an Dien-Mut und heiliger Gemeinschaft;
von einer Kirche, arm an Macht und Gütern, reich an geschwisterlichem Leben;
von einer Kirche, arm an Dogmen und Gesetzen, reich an Vertrauen in die Kraft der Liebe;
von einer Kirche, arm an Angst und Enge, reich in Erwartung deines guten Geistes;
von einer Kirche, arm an Formeltreue, reich an Bewegung, an spontaner Freude;

Du träumst in mir, mein Gott, und ich mit dir:
von einer Kirche ohne Vorurteile;
von einer Kirche ohne Spaltung;
von einer Kirche ohne Hierarchie;
von einer Kirche mit der ganzen Fülle, die du verschenkst an Charismen, an Fantasie und Fähigkeiten;
von einer Kirche, die Bewegung sucht, weil du dynamisch-schöpferische Liebe bist;
von einer Kirche der Befreiuung, in der wir Menschwen werden können, wie Jesus es verheißt.

Christa Peikert-Flaspöhler